Karfreitag 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 19)

Denn so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, verstummen lasse ich an diesem Ort, vor euren Augen und in euren Tagen, Jubelruf und Freudenruf, den Ruf des Bräutigams und den Ruf der Braut. (Jer 15,9)

Beklagt wird heute eine von Gott verlassene, einst so prachtvolle Stadt. Der Tempel liegt in Trümmern. Das Pilgern hat ein Ende. Dieses Klagen zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft umfasst aber vorausgreifend den Tempel des Leibes Christi, der ebenso verwüstet wurde. Im gesungenen Vollzug sind die Buchstaben des hebräischen Alphabets jeweils vorangestellt.

Aus den Klageliedern des Propheten Jeremia (Klgl 1, 1-5):

1 Aleph. Weh, wie einsam sitzt da die einst so volkreiche Stadt! Einer Witwe wurde gleich die Große unter den Völkern. Die Fürstin über die Länder ist zur Fron erniedrigt. 2 Beth. Sie weint und weint des Nachts, Tränen auf ihren Wangen. Niemand ist da, sie zu trösten, unter all denen, die sie liebten. Untreu sind all ihre Freunde, sie sind ihr zu Feinden geworden. 3 Ghimel. In die Verbannung zog Juda aus Elend und harter Knechtschaft. Nun weilt sie unter den Völkern und findet nicht Ruhe. All ihre Verfolger holten sie ein mitten in der Bedrängnis. 4 Daleth. Die Wege nach Zion trauern, niemand pilgert zum Fest, verödet sind all ihre Tore. Ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sind voll Gram, sie selbst trägt Weh und Kummer. 5 He. Ihre Bedränger sind an der Macht, ihre Feinde im Glück. Denn Trübsal hat der HERR ihr gesandt wegen ihrer vielen Verfehlungen. Ihre Kinder zogen fort, gefangen, vor dem Bedränger. Jerusalem, Jerusalem, kehre um zum Herrn, deinem Gott.

Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. (Joh 2,20)

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