Ostersonntag 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 21)

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat, wir wollen jubeln und uns über ihn freuen. (Ps 118,24)

Es darf nicht sein… oder: Wir wollen nicht, dass … zum Fest …. - Der geordnete Ablauf der alljährlichen Gedächtnisfeier zur Ehre Gottes ist den Verantwortlichen damals so wichtig. Schnell noch alle Spuren von dem beseitigen, den man gerade noch rechtzeitig aus dem Weg geräumt hat, um ohne Störung das Fest der Befreiung, das Pessach-Fest, zu feiern, damit auch ja nichts dazwischen kommt, damit alles in den gewohnten Bahnen laufen kann… Aber rechnet da jemand mit Gott? Plötzlich feiert Gott sein eigenes Fest der Befreiung, und alles läuft aus dem Ruder. Nichts ist mehr, wie es war. Nicht mehr rituell, nicht mehr kontrolliert und gezähmt, sondern wirklich. Und genau jener beseitigte Tote tritt als Lebender unerwartet ins Leben seines Volkes. Das sprengt jede Vorstellungskraft. So war das nicht abgesprochen, Gott!!! Und das genau ist die Botschaft. Er ist der Allmächtige, der die Welt und uns ins Dasein rief, der unendlich viel größer ist, als wir ihn uns denken können: Unerwartet, lebendig und ganz anders. Schon das erste Ostern war die Entdeckung von Leben im Tod. Und so ist es bis heute geblieben. Jesus lebt!

Ein ostkirchlicher Hymnus des Metrophanes von Smyrna spiegelt solches Vorausplanen bei den Frauen auf dem Weg zum Grab, das von der Wirklichkeit überholt wird: „Die salbentragenden Frauen brachen auf im Morgengrauen. Und da das leere Grab sie geschaut, sprachen sie zu den Aposteln: Die Verwesung besiegte der Mächtige und entriss die Ketten den Hadesbewohnern. Freimütig gebet die Kunde: Christus, der Gott, ist erstanden und schenkt uns das große Erbarmen. Mit den Salben für deine Bestattung erschienen heimlich die Frauen im Morgengrauen am Grabe aus Furcht vor dem Trotze der Juden, bedenkend im voraus den Schutz der Soldaten. Doch die schwache Natur besiegte die männliche Kraft, da ihre Mitleidgesinnung Gottes Wohlgefallen gefunden. Entsprechend riefen sie also: Auferstehe, o Herr, hilf uns, um deines Namens willen sei unser Befreier.“

Aus Dunkel wird Licht, aus Trauer Freude, aus einem hastig gegessenen Erinnerungsmahl ein Freudenfest des Lebens, des Triumphes über den Tod. Möge in jedem von uns das Unerwartete sein dürfen und diese Ahnung des immer Größeren aufleuchten. Ostern kann uns nicht genommen werden, solange wir an die Auferstehung glauben. Und Ostern ist ein Fest zum Weitererzählen:

Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! (Mk 16,15)

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Karsamstag 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 20)

Da es Rüsttag war, der Tag vor dem Sabbat, und es schon Abend wurde… Mk 15, 42

Von der Verhaftung bis zur Beisetzung geschah alles in ungeheurer Eile. Die Angelegenheit war so wichtig, dass auch die das Urteil sprechenden Großen nichts vertagen konnten. Das Mahl, die Gefangennahme, die Kreuzigung und Grablegung – nach Markus alles innerhalb von 24 h. Dann wird es still. Das Pessach – Fest, das der Anlass für die hohe Geschwindigkeit war, war im Geschehen in der Tat ein Tag der Ruhe. Wir wissen nur, dass er an jenem Tag im Grab ruhte, nichts sonst ist von diesem Tag überliefert. Traf sich seine Jüngerschaft, um dieses Fest zu begehen und ihre Trauer zu teilen? Was war das wohl für eine besondere Stille an diesem Tag, so gefüllt mit Erlebtem und Befürchtetem, auch mit Erhofftem? Jesus war wirklich tot. Ruhe und Unruhe, Verschonung und Angst zerrissen die Apostelherzen. Man möchte wohl gerne zur Tagesordnung zurück, und es geht nicht. Orientierungslosigkeit herrscht vor. Es gibt diese Tagesordnung mit ihm nicht mehr, aber die gestiftete Gemeinschaft untereinander, die war noch da und gab gegenseitigen Halt. Wo war der Sinn in der Leere, die nun Raum griff? Worin bestand der Sinn in den vielen Andeutungen Jesu, die Zukunft ansagten, und doch noch nicht recht verständlich waren? Ging es wirklich weiter? Würde er in der Tat wieder auferstehen? - Aber auch das Persönliche ängstigte die Apostel. Würde sie das gleiche Schicksal ereilen?

Wie ist das mit der Hoffnung, wenn alles Zurechtgelegte und Geplante scheinbar nicht mehr gilt? Wenn alle Sicherheiten keine Sicherheit mehr geben und das Latein am Ende ist?

Es waren die tieferen, ja die archaischen Schichten, die nun so etwas wie Halt vermittelten. Glaube und Gebet, in der Kindheit gelernt, waren verankert. Jesus hatte ihnen auch in seinem Beten ein Beispiel gegeben, bis hinein in die Stunde seiner Angst. Das Stundengebet des Karsamstags spiegelt diese Rückkehr des Beters in die Gottesbeziehung, das neue Anfragen und Suchen. Im Laufe des Tages wandelt sich der Charakter der Gebetstexte von Trauer und Klage wieder hin zu neuem Vertrauen. Es wandelt sich die Düsternis des Herzens ganz verhalten hin zum kommenden Neuen, ohne konkret zu wissen, was ist. Dieses stellvertretende So-beten-dürfen ist ein Geschenk.

Vieles hast du getan, Herr, du mein Gott: deine Wunder und Pläne für uns. Nichts kommt dir gleich. (Ps 40,6)

Du bist die Gottheit, die Wunder tut. (Ps 77, 15)

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Karfreitag 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 19)

Denn so spricht der HERR der Heerscharen, der Gott Israels: Siehe, verstummen lasse ich an diesem Ort, vor euren Augen und in euren Tagen, Jubelruf und Freudenruf, den Ruf des Bräutigams und den Ruf der Braut. (Jer 15,9)

Beklagt wird heute eine von Gott verlassene, einst so prachtvolle Stadt. Der Tempel liegt in Trümmern. Das Pilgern hat ein Ende. Dieses Klagen zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft umfasst aber vorausgreifend den Tempel des Leibes Christi, der ebenso verwüstet wurde. Im gesungenen Vollzug sind die Buchstaben des hebräischen Alphabets jeweils vorangestellt.

Aus den Klageliedern des Propheten Jeremia (Klgl 1, 1-5):

1 Aleph. Weh, wie einsam sitzt da die einst so volkreiche Stadt! Einer Witwe wurde gleich die Große unter den Völkern. Die Fürstin über die Länder ist zur Fron erniedrigt. 2 Beth. Sie weint und weint des Nachts, Tränen auf ihren Wangen. Niemand ist da, sie zu trösten, unter all denen, die sie liebten. Untreu sind all ihre Freunde, sie sind ihr zu Feinden geworden. 3 Ghimel. In die Verbannung zog Juda aus Elend und harter Knechtschaft. Nun weilt sie unter den Völkern und findet nicht Ruhe. All ihre Verfolger holten sie ein mitten in der Bedrängnis. 4 Daleth. Die Wege nach Zion trauern, niemand pilgert zum Fest, verödet sind all ihre Tore. Ihre Priester seufzen, ihre Jungfrauen sind voll Gram, sie selbst trägt Weh und Kummer. 5 He. Ihre Bedränger sind an der Macht, ihre Feinde im Glück. Denn Trübsal hat der HERR ihr gesandt wegen ihrer vielen Verfehlungen. Ihre Kinder zogen fort, gefangen, vor dem Bedränger. Jerusalem, Jerusalem, kehre um zum Herrn, deinem Gott.

Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. (Joh 2,20)

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Gründonnerstag 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 18)

Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen… (Joh 13,5)

Der mittelalterliche Traktat Vom inneren Haus formuliert Gottes unsichtbare Nähe so: Der du jetzt in eine Gemeinschaft mit anderen gestellt bist, sei dir bewusst, dass du nicht immer bei ihnen verweilen kannst. Und in der Zwischenzeit erwähle dir jenen als Gefährten, der dir, nachdem sich dir alles Hiesige entzogen hat, die Treue halten wird, der denen, die ihn lieben, die Treue wahrt und der in der Zeit der Bedrängnis nicht zurückweicht. Wenn wir in dieser Nacht der verlassenen Altäre und des Schweigens unsere Hände in den Anliegen aller Leidenden unserer Welt betend falten, möge uns eine Ahnung davon zuteil werden, dass Gott niemanden fallen lässt, dass Er auch niemanden allein lässt.

In diesen Tagen jährt sich zum 25. Mal, der Tod der sieben Trappistenmönche von Tibhirine. Ihr Prior, P. Christian de Chergé, hat das Anliegen, das hinter dem Ritus der Fußwaschung steht, einmal wie folgt formuliert:

„Wir wissen aus Erfahrung, dass die kleinen Gesten oft viel kosten, besonders wenn sie täglich wiederholt werden müssen. Seinen Brüdern am Gründonnerstag die Füße zu waschen, geht vorbei, aber was wäre, wenn wir das jeden Tag tun müssten? Und für jeden, der kommt? Wenn unser Vater Bernhard sagt, dass der Orden mehr Mönche als “Märtyrer” braucht, meint er offensichtlich nicht dieses Martyrium, das der Mönch durch so viele kleine Dinge mitmacht. Wir haben unser ganzes Herz Gott gegeben, und es kostet uns sehr viel, dass er diese Herzen portionsweise annimmt.“

Die liturgischen Zeichen des Gründonnerstages sind die Verdichtung der Sendung Jesu auf einen einzigen Tag. Kürzer lässt sich nicht zusammenfassen, was der Inhalt unserer Nachfolge ist. Was auch immer in diesem Jahr an Gesten und Riten ausfallen muss, die Nächstenliebe, die sich in diesen Symbolhandlungen ausdrückt, ist unveräußerliches Gut. Sicher, an diesen Gedächtnisfeiern hängt unser Herz, und es ist gut, dass wir im Mitvollziehen dieser Tage uns auch selbst hinterfragen. Es bleibt aber ebenso wahr, dass uns die Möglichkeiten christlicher Liebeserweise nicht genommen werden können. Nehmen wir die so eingängigen Melodien in unser Herz und tragen wir sie hinein in unser Alltagsgeschehen, z.B. das Ubi caritas - Wo die Güte und die Liebe, da ist Gott. Und so hören wir sein Vermächtnis neu:

Tut dies zu meinem Gedächtnis! (1 Kor 11,24)

und

Ein neues Gebot gebe ich euch: Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. (Joh 13,34)

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Mittwoch der Karwoche 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 17)

Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. (Jes 50,6)

Das Entblößen des Gesichtes und dessen Misshandlung war zur Zeit Jesu etwas ganz anderes, als heute. Gerade wenn man die Leidensgeschichte mit den Augen des Evangelisten Markus liest, der ja von Anfang an auf das besondere Königtum Jesu verweist, wird das deutlich: Wer einem König ins Angesicht schaute, war des Todes. Weh mir, denn ich bin verloren, sagt der Prophet Jesaja (Jes 6,5). Um wieviel mehr ist im obigen Schrifttext nun der Gegensatz betont: Nicht nur, dass alle Jesus, diesem König, in seiner Erniedrigung ins Angesicht schauen können – nein – sie spucken ihn auch noch an und schlagen ihn, setzen ihm eine Dornenkrone aufs Haupt. Ein Krönungsritus wird parodiert mit verspottender Huldigung. Das sonst so Lebensgefährliche ist vielleicht noch ein zusätzlicher Reiz.

Vielleicht musste dieser Jesus in dieser Art Misshandlung auch die Wut der römischen Soldaten über dieses Land und die Stationierung darin entgegennehmen? Mit diesem König nun, konnte man machen, was man wollte. Wie groß ist doch die Versuchung, das ‚Es passiert nichts‘ zu testen! Vielleicht auch für uns? - Am Ende wird ein römischer Hauptmann bekennen: Wahrhaftig, dieser Mann war Gottes Sohn. (vgl. Mk 15,39)

Noch eine andere Frage schwingt mit: Was habt ihr sehen wollen? (Mt 11,7.8)

In der Passionszeit verhüllen wir unsere Kreuze. Im Laufe dieser Heiligen Woche werden unsere Kirchen immer leerer. Kein Schmuck, kein Kreuz und ab dem Gründonnerstag auch noch leere Tabernakel. Von Gott verlassen, unsere heiligen Stätten, und in diesem Jahr auch vielerorts noch obendrein von uns verlassen. Es ist kein Ort mehr da! Diese Art des Entbehrens kann uns schmerzen. Sie kann uns aber auch tiefer hineinführen in das Geschehen dieser Heiligen Woche, weil es uns diesmal ganz persönlich und auf ungewohnte Weise trifft, weil wir nun hautnah erfahren, was wir bisher nur rituell mitgestalteten. Denken Sie an die Geschehnisse der Hl. Schrift, an die babylonische Gefangenschaft als Zeit ohne Tempel. Und denken Sie an die Freude, die ein ganzes Volk ergriff, als ein neuer Tempel gebaut und geweiht werden konnte.

Wir machen eine Verhüllungserfahrung. Ob uns das neu sehen lehrt? Ob dieses neue Sehen auch mit unseren Mitmenschen funktionieren wird, wenn wir uns irgendwann einmal wieder ohne Maske begegnen dürfen? Ob das Auswirkungen hat auf das, was wir einander nicht nur mit den Augen zu sagen haben?

Mein Herz denkt an dein Wort: Suchet mein Angesicht. Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. (Ps 27,8)

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Dienstag der Karwoche 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 16)

Du hast mir versprochen, zu helfen! Ps 71,3

Manchmal verstummt ein Mensch, weil er nichts mehr zu sagen weiß, wenn ihm jemand oder auch etwas genommen wird, was ihm teuer war. Ein heimsuchendes Geschehen kann wie die Wucht eines Unwetters durchjagen und ein gespenstisches Schweigen zurücklassen. Da ist ein Nichts-verstehen, aber auch ein Nichts-tun-können. Lethargie! Man ist außer Gefecht gesetzt. Wo ist Gott?

Oft bleibt diese Frage ohne Antwort. Auch Jesus formulierte sie am Kreuz.

Bei Jesaja zieht ein Mensch eine noch viel bitterere Bilanz: Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft nutzlos vertan. (Jes 49,4) Viele engagierte Menschen setzten und setzen sich im Kleinen wie im Großen überall auf der Welt in Politik, in Organisationen und Vereinen für Werte und Gemeinwohl ein und erblicken an ihren jeweiligen Einsatzorten Tag für Tag nur, dass nichts vorwärts geht, dass ihre Hoffnung sich immer wieder zerschlägt. Manche dieser Vorkämpfer schließen die Augen für immer, ohne das gesehen zu haben, wofür sie lebten. Ihr Leben ist nicht umsonst. Spätere Generationen sind dankbar für solche Menschen, wie die Geschichte zeigt. Sie selbst aber sehen das Neue nicht. Sie können nur beständig bittend formulieren: Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit! (Ps 71,2) Dieser Schrei nach Rettung ist in vielen Gegenden unserer Erde nicht nur ein individueller, sondern ein kollektiver Schrei. Tagtäglich berichten die Medien aus den Krisengebieten, und tagtäglich kommen Konfliktherde hinzu. Ohne Gottes Hilfe schaffen wir Menschen den Frieden nicht.

Jesus ist im Innersten erschüttert (Joh 13,21). Er weiß um den Verrat, er deutet ihn an, doch niemand versteht ihn. Kein Einzelfall! Oft verstehen wir Probleme und Sorgen nicht, sehen das Leid nicht einmal oder spielen es herunter und können zudem in vielen Fällen nichts tun. Doch: Sowohl den Scherbenhaufen eines persönlichen Scheiterns als auch das Leid, das irgendwo in unserer Welt militärisch hereinbricht, politisch verfügt wird, sich juristisch Bahn bricht, das auf wirtschaftlicher Ebene um sich greift oder durch mediale Manipulation entsteht, auch im Social-Media-Bereich, können wir durchbetend mittragen. Wir wissen nicht, was Gott daraus macht. Sicher aber wissen wir, dass er Gebete erhört.

Bei allem heraufziehenden Dunkel auch im Leben Jesu bleibt die Verheißung, deren Teil er ist: Ich mache dich zum Licht für die Völker! Jes 49,6 Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Joh 13,31

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Montag der Karwoche 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 15)

Streite, Herr, gegen alle, die gegen mich streiten, bekämpfe alle, die mich bekämpfen! Ergreife Schild und Waffen; steh auf, um mir zu helfen! Herr, meine starke Hilfe.

Dieser Text aus Psalm 35 ist der Eröffnungsruf der Tagesmesse vom Montag der Karwoche. In höchster Not, wenn wir nichts mehr in der Hand haben und reine Bittsteller sind, dann hat unsere Bitte die Demut eines ehrlichen und freibleibenden Flehens mit der offenen Erwartung auf Hilfe, ganz gleich welcher Art. Aber sonst? Wie gehen wir bittend mit Gott um?

Der Ruf nach Gott ist kein Test. Das wäre Versuchung. Gott ist auch kein Diener, der nach unseren Wünschen zu springen hat. Er ist der Größere. Und dieser Größere sagt mir zu, dass ich geborgen bin, dass er mein Rufen hört. Doch seine Antwort bedient nicht meine Erwartungen.

In Jesaja 42, 1-6 wird der Gottesknecht vorgestellt, ein Mensch voller Gottvertrauen, ein außergewöhnlicher Mensch. Er hat es nicht nötig, zu lärmen und zu schreien. Mit der natürlichen Autorität dessen, in dessen Namen er handelt, agiert er in Milde. Dieser Adel des Schweigens fällt auf. Später zeigt er sich als Bedrängter und Angefochtener, der jedoch im tiefsten Inneren weiß, wer er ist, welche Würde ihm von Gott her gegeben ist und wofür er steht und der deshalb Ruhe ausstrahlt.

Als man Jesus vor lauter Anklage nicht mehr zuhörte, schwieg er. Die Hinterlist des ihn verratenden Freundes, kommentierte er nicht. Gegen die Verhaftung wehrte er sich nicht. In der Dunkelheit der Nacht geschubst, geboxt, geschlagen.

Tritte und Schläge verändern durch Schwellungen in wenigen Stunden das Aussehen eines Menschen. Doch es gibt auch noch andere Schläge. Eine Seele kann getreten, geboxt und geschlagen werden. Ein Übersehen- werden kann schmerzen. Ignoranz, Vorteilsnahmen und Mobbing können Menschen entstellen und tief verletzen. Gebrechlichkeit und Krankheit können ausliefern und entmündigen. Als ein Beispiel unseres Hauses fällt mir in diesem Kontext die von Heimlichkeiten überlagerte Entstehung des Buches über Mechtild von Hakeborn ein. Gerade wenn enge Vertraute über materielles oder geistiges Eigentum verfügen, es - wie im Fall Mechtilds – in die Form eines Buches bringen und veräußern – was tun sie jemandem da an?

Mit den Worten zweier Psalmen sprechen wir für die vielen, die in unseren Tagen solches Leid erfahren:

Hilf mir, Herr, mein Gott! (Ps 109,26) Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache! (Ps 43,1)

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Palmsonntag 2021

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 14)

Mit dem Beginn der diesjährigen Karwoche steigen wir wieder ein in eine Reihe von Impulsen, die uns auf dem Weg zum Osterfest begleiten.

Nutzen auch Sie diese Woche, um sich der Mitte Ihres Lebens neu bewusst zu werden und sich auf IHN hin auszurichten.

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Pfingsten

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 13)

Der Geist Gottes ist leben-weckende Kraft. Aus zerbrochenem kann Neues entstehen. Aus verängstigten Männern, können mutige Zeugen werden.

Die Natur lehrt uns diese Prozesse des Neu-Aufbrechens und Wachsens. Betrachten Sie die Schöpfung und lernen Sie an ihr etwas über unseren leben-schenkenden Gott.

Gesegnete Pfingsten wünschen Ihnen die Schwestern von Helfta!

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Gott erfahren in Arbeit und Gemeinschaft

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 12)

Gott hat eine wunderbar fantasievolle Welt geschaffen. Mit unserer Arbeit haben wir Anteil an diesem Schöpfungswirken, das immer auf Gemeinschaft hin ausgerichtet. So können wir in unserer Arbeit und in der Gemeinschaft Gott, den dreieinigen Schöpfer, erfahren.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie bei jedem Werk Ihrer Hände teilhaben am Wirken Gottes und wie das, was Sie tun, anderen zugute kommt.

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Christi Himmelfahrt

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 11)

Gedanken über ein besonders schönes Fest, das wir heute gläubig begehen. Der Herr nimmt seinen Platz als König ein und wird uns dereinst zu sich ziehen.

Freuen auch Sie sich auf das, was Gott Ihnen in Herrlichkeit bereitet!

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Auf dem Weg

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 10)

Sich einmal ganz bewusst auf den Weg zu machen und jedem Schritt nachzuspüren, allen Klängen nachzuhören und das Auge wandern zu lassen über all das, was sich ihm bietet, ist eine wunderbare Übung der Achtsamkeit.

Sie hilft auch dabei den eigenen Weg zu überdenken und das, was ist, richtig einzuordnen.

Lassen Sie sich einladen von Gottes guter Schöpfung und machen Sie sich auf den Weg.

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Pachomius

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 9)

Der Gedenktag des heiligen Pachomius, der die erste christliche Mönchsgemeinschaft gründete, ist Anlass über die christliche Gemeinschaft im Allgemeinen nachzudenken. Als Leib Christi sind wir mit Ihm und untereinander verbunden und niemals wirklich allein.

Lassen Sie das Ihre Mitmenschen spüren und seien Sie für sie da.

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Der Rosenkranz

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 8)

Der Rosenkranz ist ein wiederholendes, meditatives und betrachtendes Gebet, das überall gebetet werden kann. Erzählt wird im Podcast unter anderem die Legende des Taugenichts, der Mönch wurde und den Rosenkranz auf charmante Art und Weise “erfand”.

Eine Anleitung zum Rosenkranzgebet finden Sie unter anderem auf katholisch.de.

Machen Sie Gott und Maria eine Freude und schenken auch Sie ihr ein paar gebetete Rosen.

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Denk an Maria

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 7)

Zu Beginn des Monats Mai kommt die Gottesmutter in den Fokus unseres Podcasts. Unter anderem mit Zitaten von Bernhard von Clairvaux und Ambrosius von Mailand wird dargestellt, wie Maria uns Orientierung auf dem christlichen Lebensweg geben kann.

Stellen auch Sie sich Maria vor Augen, um so näher bei Christus zu sein.

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Innehalten

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 6)

Auch in dieser Woche ist das Gebet Thema in unserem Podcast. Das Innehalten im Alltag zu einem achtsamen Wahrnehmen der Gegenwart Gottes in meinem Hier und Jetzt ist die vielleicht einfachste Form des Gebetes. Aber auch sie bleibt nicht ohne Wirkung. Sie verwandelt und transformiert - mich, meinen Alltag und meine Beziehungen.

Lassen Sie sich nicht einfach treiben. Halten Sie immer wieder inne und spüren Sie, welche Kraft daraus erwächst.

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Das höchste Gebet

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 5)

Nach dem gesungenen Gebet, das in der letzten Woche Thema war, kommt nun der Jubel in den Blick. Jubel - als höchste Form des Gebetes. Ein Gebet, bei dem Zunge und Verstand zurückbleiben und sich das Herz zu Gott aufschwingt - in grenzenloser Freude über alles, was er getan hat.

Stimmen auch Sie in ein österlich jubilierendes Halleluja ein!

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Wer singt, betet doppelt

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 4)

Gerade am heutigen Osterfest treffen uns die Beschränkungen des öffentlichen Lebens schwer. Statt in der vollen Kirche in das Halleluja zu singen, könnte uns angesichts der Lage der Jubel im Hals stecken bleiben. Aber: Christus ist auferstanden. Wir haben Grund zur Freude und das Singen tut uns gut - in jeder Lebenslage.

Wir wünschen Ihnen frohe und gesegnete Ostern!

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Quarantäne und Quadragesima

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 3)

Auch im 3. Teil unseres Podcasts geht es um das Gebet. Das wechselseitige Chorgebet, das den Rhythmus des Lebens im Kloster prägt, führt zum Gedanken der Heiligung der Zeit. Eines Gedankens, der helfen kann die Zeit der Quarantäne in eine intensive Zeit der Vertiefung des eigenen Lebens zu wandeln.

Seien Sie gesegnet!

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Gedanken zum Gebet an Palmsonntag

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 2)

Ausgehend vom Aufstieg Jesu nach Jerusalem wird der Berg als Ort des Gebetes mit einem Zitat von Bernhard von Clairvaux betrachtet. Es folgen allgemeine Gedanken zum Gebet - insbesondere zum Chorgebet im Kloster. Zum Abschluss kommt der Esel in den Blick, den Jesu bestieg, um in Jerusalem einzuziehen. Auch wir verhalten uns manchmal wie “Esel” und müssen den Herrn immer wieder um Erbarmen bitten.

Seien Sie gesegnet!

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Mechthild von Magdeburg zum Gebet

(Impulse aus dem Kloster Helfta, Episode 1)

Ausgehend von einem Psalmwort und einem Zitat von Mechthild von Magdeburg wird die Bedeutung und Wirkung des Gebetes betrachtet. Alle Hörer werden eingeladen mit den Schwestern zu beten und auf Gott zu vertrauen, der unsere Gebete hört. Vergessen wir nie: das Gebet hat große Kraft.

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neuer Podcast: Impulse aus dem Kloster Helfta

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier unseren neuen Podcast präsentieren zu können. Auf dieser Seite werden stets die neuen Folgen veröffentlicht werden. Sie können dem Podcast auch einfach folgen über:

Gerne können Sie die Folgen kommentieren. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg mit Ihnen!