Der Stein - ein Projekt der Frauenseelsorge

Der STEIN in Helfta erinnert an die drei Frauen des Markus-Evangeliums (Mk 16,1-8), die am frühen Ostermorgen zum Grab Jesu aufgebrochen sind. Sie haben als Erste die Botschaft der Auferstehung empfangen. Der STEIN in Helfta ist den Rollsteinen nachgebildet, die zur Zeit Jesu Gräber verschlossen. Von Ostern 2000 bis Ostern 2001 war dieser STEIN auf Initiative der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der DBK und von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Frauenseelsorge an 30 Stationen in Deutschland unterwegs. »Wer wird den Stein wegrollen?« Mit diesem Ruf nach befreiender Erfahrung bewegt die Frauenseelsorge Stein-Erfahrungen von Frauen, die sich der Auferstehung öffnen.

Am Ostermontag, 16. April 2001, erreichte der STEIN seinen bleibenden Standort im Kloster Helfta. Ein ökumenisches Frauenfest nahm ihn dort in Empfang. Der Muschelkalk-STEIN kommt aus einem Steinbruch bei Betlehem, ist etwa 800 kg schwer und 1,40 m Ø hoch.

Evangelium nach Markus, Kapitel 16,1-8:

Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging. Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat. Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.«

Der Stein im Kloster St. Marien zu Helfta

Der Stein, vom Grab Jesu weggerollt, war den Frauen des Osterevangeliums ein Zeichen der Auferstehung und des Lebens. Deswegen wird der Stein, der durch 30 deutsche Orte von Nord nach Süd, von West nach Ost gewandert ist, nach seiner Reise auch nicht beiseite geschafft. Vielmehr soll er stehen bleiben, sichtbar und berührbar. Er erinnert daran, dass auch unverrückbar erscheinende Steine bewegt werden können. Auch künftig ist er eine Herausforderung, sich mit »Steinen« auseinanderzusetzen, die Frauen im persönlichen Leben, in Gesellschaft und Kirche erleben. Warum der Stein in Helfta seinen bleibenden Standort fand:

  1. das Kloster Helfta ist traditionell ein Ort der Spiritualität von Frauen. Im 13. Jahrhundert haben hier die drei Mystikerinnen Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud die Große gelebt und ihre Werke verfasst.
  2. gerade wegen dieser gemeinsamen Tradition der Mystik ist der Stein in Helfta eine Herausforderung zur ökumenischen Zusammenarbeit.
  3. Helfta ist ein Ort in den östlichen Bundesländern, wo sich Kirche in einem säkularen Umfeld zu bewähren hat. Deswegen steht der Stein auch für den Fall der Mauer und die Verständigung von Ost und West. Mehr noch: Er steht für den notwendigen Dialog zwischen Nord und Süd und für das Ringen um Frieden über Grenzen von Ländern, Kulturen und Religionen hinweg.

Kontakt:

Frauenseelsorge der DBK, Frau PD Dr. Hildegund Keul

Kaiser-Friedrich-Str. 9, 53115 Bonn

Tel. 0228-2439-411; Fax 0228-7218817

Wer wird uns den Stein wegrollen?

10 Jahre Rollstein in Kloster Helfta

    Am 16. April 2001 erreichte ein großer Rollstein das Kloster Helfta. 10 Jahre sind seither vergangen und viele Gruppen haben mit dem Wort “Wer wird uns den Stein wegrollen?” ihren Erfahrungen nachgespürt und wie die Frauen am Ostermorgen neue Hoffnung geschöpft. Am Ostermontag 2001 waren Frauen aus 30 Orten der Bundesrepublik nach Helfta gekommen und feierten gemeinsam ein großes Fest. Lebendig berichteten Sie, was sie an ihrer Station in der Arbeit mit den Frauen mit dem Motto des Steins erlebt hatten. 6300 Kilometer quer durch Deutschland war damals der Stein gereist, zwischen Hamburg und Kempten, Aachen und Berlin. Er fand seinen Standort auf dem großen freien Platz vor der Klosterkirche, worüber sich die Schwestern von Helfta sehr freuten. Die Frage der Frauen auf dem Weg zum Grab Jesu am Ostermorgen lässt immer wieder Frauen unserer Tage die Steine anschauen, die den Weg, die Zukunft und damit das Leben verstellen. Dass sich immer wieder Osterwege eröffnen, wünschen wir allen, die am Stein auf dem Klosterplatz innehalten!

Rollstein auf dem Gelände des Klosters Helfta