Lebendiges Labyrinth in Helfta

Das Lebendige Labyrinth der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Kloster St. Marien zu Helfta hat eine Weglänge von 350 Metern und führt in sieben Umgängen zur Mitte. Im März 2004 wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Stück um Stück ist es gewachsen und von vielen Menschen besucht worden. Mit der feierlichen Enthüllung einer Informationstafel durch die Schirmfrau des Projektes Magdalena Bogner konnte das Lebendige Labyrinth am 16. Juni 2007 im Rahmen der Frauenwallfahrt des Bistums Magdeburg eingeweiht werden.

Weiterführende Informationen zum Lebendigen Labyrinth finden Sie auf der Homepage des Labyrinths.

Impression des Lebendigen Labyrinthes

Das Labyrinth

aus der Perspektive der Künstlerin

Mit der Fertigstellung des Lebendigen Labyrinths am 16. Juni 2007 ist für mich eine Vision von einem skulptural empfundenen Raumkonzept – von der Idee bis zur Vollendung – wahr geworden: Ich habe den, mir zur Verfügung stehenden, Raum im Klostergarten in einen atmosphärischen Ort der Begegnung verwandelt. Das empfinde ich nicht nur für das Kloster Helfta und die kfd als bedeutsames Ereignis, sondern es ist auch ein wichtiger Meilenstein innerhalb meines künstlerischen Schaffens.

Kunstprojekte dieses Ausmaßes gelingen nur, wenn andere mit an die Vision glauben und tatkräftig mit daran arbeiten. An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei Dr. Hildegund Keul, Barbara Striegel, Magdalena Bogner –ohne sie hätte diese Vision nie realisiert werden können.

Das ganze Labyrinth selbst ist eine große, duftende, farbige und sich verändernde Plastik. Das Zentrale Wesen des Labyrinthes sind jedoch die „Leibräume“ - jene floral-skulpturalen Figuren, die aus Weidenstecklingen geflochten wurden, in denen sich wuchernde Natur und Künstlichkeit vereinen. Hier ergibt sich für den Besucher die einzigartige Möglichkeit der Begegnung mit dem „Anderssein“ der Natur und gleichzeitig mit dem eigenen Leib, mit sich selbst.

Das Labyrinth mit seinen „Leibräumen“ und der Bepflanzung betrachte ich nicht als eine Fortsetzung der Tradition herrschaftlicher Gärten, die ein Denkmal für die vollkommene Beherrschung der Natur darstellen. Vielmehr sehe ich in meiner Arbeit einen Spielraum zwischen dem Naturschönen und dem Schönen der Künste, das auch das Hässliche und Destruktive ins Spiel bringen kann. So wechseln hier Leben und Vergehen, wird Gegenwart im Hinblick auf Vergangenes belebt und weist in eine unbekannte Zukunft hinaus…

Mein Wunsch für dieses lebendige Kunstwerk ist, dass die Besucher dessen spirituelle Dimension spüren und erfahren, dass es eine wachsende Brücke zwischen Kunst und Religion wird. Das Labyrinth soll zu einem Ort der Begegnung zwischen weltlichem und christlichem Glauben werden: Menschen aus dem Bereich der Kunst können mit dem christlichen Glauben in Berührung kommen und Gläubige einen Zugang zur zeitgenössischen Kunst finden.

Birgit Cauer

Jubiläum

Unser Weg hat sich gelohnt

  Der 10-jährige Geburtstag des Lebendigen Labyrinths war 70 Frauen Anlass genug, sich erneut auf den Weg nach Helfta zu machen. Eingeladen hatte die Trägergemeinschaft. Und das kfd-Netzwerk Ost nutzte diesen Anlass zu seinem 3. Basistreffen. Die Sprecherin der Trägergemeinschaft, Barbara Striegel begrüßte die Gäste aus Nah und Fern, unter anderen die Priorin des Klosters in Helfta M. Agnes Fabianek und einige Schwestern des Konvents, Magdalena Bogner, die Schirmfrau des Labyrinths und frühere kfd-Bundesvorsitzende, Pater Dominik Kitta, kfd-Bundespräses, Hildegund Keul, Initiatorin des Labyrinthes und Leiterin der Arbeitsstelle Frauenseelsorge der DBK, Birgit Cauer, Bildende Künstlerin und ehemals verantwortlich für die Bauleitung des Labyrinths, sowie Vertreterinnen aus zahlreichen kfd-Diözesanverbänden.   Geschenke und Höhepunkte gab es viele. Eine Ausstellung: “Der Weg ist gefügt.” mit Labyrinth-Bildern der Leipziger Grafikerin Angelika Pohler wurde eröffnet. Diese ist noch bis zum 15. Januar 2015 im Foyer des Hotels “Kloster Helfta” zu sehen. Eine Andacht im Lebendigen Labyrinth “Und Gott sah, dass es schön war…” unter der Leitung von Christa Mertens, Geistlich-Theologische Begleiterin des kfd-Diözesanverbands Paderborn, war Geschenk desselbigen. Der Innsbrucker Autor und Labyrinthbauer Gernot Candolini fügte sich mit einem Festvortrag “Das Labyrinth - Lebendiges Kulturgut und spirituelle Kraftquelle” in die Reihe der Schenkenden ein.   Der Festgottesdienst am Sonntag in der Klosterkirche mit einer Dialogpredigt zwischen Bischof em. Leo Nowak und der Geistlich-Theologischen Leiterin des kfd- Diözesanverbands Magdeburg Patricia Erben-Grütz bildeten den Schlusspunkt dieses bewegenden Wochenendes. Zum Abschied hieß es in einem Lied, vorgetragen von Astrid Herrmann und ihrer Band “Wir sind nicht umsonst gekommen, unser Weg hat sich gelohnt….”

Maria Faber

Während des Jubiläumsgottesdienstes am Labyrinth

Heilige Orte

Ein Gedicht, passend zum Labyrinth in Helfta: 

Es gibt Orte,

 die ziehen Menschen an,

die strahlen etwas Besonderes aus,

die schenken neue Kraft.

An diesen Orten

berühren sich Himmel und Erde

und Gottes Liebe

bündelt sich

wie in einem Brennglas

und macht diese Orte hell.

Die Menschen spüren dort

 seine Gegenwart

und ihr Gebet steigt empor

und findet sich wieder

im Spiegel seiner Liebe.

So beginnen diese Orte zu leuchten.

Sie berühren die Herzen der Menschen

und Segen strömt von dort

hinaus in die Welt.

  Bernadette Muckelbauer

Besuchen Sie das Labyrinth und erleben Sie seine Wirkung selbst!

Labyrinth