Gebetswache 2017 im Kloster Helfta

Männer im Gebet

Erneut trafen sich im Oktober 2017 Männer des Männerwerks Freiburg, um im Kloster Helfta in Sachsen- Anhalt zum 8. Mal für eine Woche Anbetung zu halten. Erfreulicherweise wurden wir durch zwei Gebetsmänner aus den Diözesen Köln bzw. Bamberg verstärkt. Ehrenpräses Robert Henrich - Initiator der Anbetungswochen in Helfta - hat uns begleitet und übernahm in dieser Woche die geistliche Führung. Dafür ein herzliches Danke und „Vergelts Gott.“ In seinen morgendlichen Vorträgen kam er immer wieder zu sprechen auf die Mystik der Gründerinnen von Helfta, Gertrud die Große, Mechthild von Hakeborn und Mechthild von Magdeburg und deren besonderen Bezug zum Heiligen Herzen Jesu. Bis heute wird dieser besondere Bezug zum Herzen Jesu von den Ordensfrauen in Helfta mit Leben erfüllt, getreu einem Wahlspruch der Zisterzienser: „Unsere Tür ist offen, unser Herz noch mehr.“ Oder wie es eine Frau, die sich als einfache Katholikin bezeichnet, ausdrückte: „Kloster Helfta ist für mich das offene Herz von Jesus Christus in der Mitte von Europa.“ Glaube kann nicht ausschließlich über den Kopf gelingen, das Herz ist immer beteiligt. Glaubensfähigkeit bedeutet ein lebenslanges Ringen um die Verinnerlichung der komplexen Glaubenswahrheiten. Es ist ein beherztes Ringen, das, wie das Herz aus der Mitte unseres Wesens kommt. Und so ist in vielen Darstellungen – auch im Fenster der Anbetungskapelle – Christus mit einem Herzen zu sehen, das sich mitten in seiner Brust zur Welt hin öffnet. Es zieht unsere Blicke magisch an und erinnert, dass allein schon die Sprache bei emotionalen Äußerungen mit Herz-Assoziationen angefüllt ist: Herzlich, herzzerreißend, herzallerliebst, herzig, herzhaft, herzlos usw. Also immer, wenn Gefühle angesprochen sind, ist das Herz der sprachliche Verstärker und damit Vermittler.

Gertrudfenster

So ist auch das Versenken ins eigene Gebet ein zutiefst erschüttender Prozess, der den ganzen Körper fordert und ihn, wie nach einer anstrengenden sportlichen Leistung, an die Grenzen seiner Kräfte führt und erschöpft. Werden zwar die Worte vom Verstand gebildet, erfolgt die Übertragung ins Gebet durch die Kraft des Herzens. Herz steht für das Leben, das pulsiert, das alles Lebenswichtige zu uns bringt: Den Geist, die Nahrung und die Liebe.

So ist unsere Woche in Helfta wie im Flug vergangen, voller Tiefgang, mit guten Gesprächen, in bester Kameradschaft und Freude. Wir haben auch viel gelacht.

Gruppenbild

Wenn uns die ehrwürdigen Schwestern beim Abschied versicherten, dass es für sie eine Freude war, uns zu beherbergen und dass sie auf ein Wiedersehen hoffen, dann wollen wir auch im nächsten Jahr - und zwar vom 06.10. bis 13.10. 2018 - uns wieder in Helfta zur Anbetungswoche zusammenfinden und Herzensangelegenheiten vor Gott bringen. Unsere Gebetsgruppe ist offen für jeden neuen Teilnehmer.

Roland Tischmeyer

Männer bei der Anbetung