Gebetswache des Freiburger Männerwerks

Gebete sind Gespräche zu Gott und mit Gott. Sie verlangen dem Betenden viel ab, besonders wenn er versucht, eigene Gedanken zu formulieren. Doch nur dann sind sie echt, kommen von Herzen, sind persönlich und bodenständig. Die Formulierungen brauchen keinen Schliff, denn Gott versteht uns. Er steckt in uns, kennt unsere Gedanken, bevor wir sie aussprechen. Aber es ist wichtig, sie auszusprechen, damit uns die Kraft wächst, die Dinge, um die wir bitten wollen, umsetzen zu helfen. So ist das Gebet auch Hilfe zur Selbsthilfe. Beten verändert.

2016: Kein alter Zopf

Die berühmte Behauptung des Archimedes von Syrakus hat die Menschen schon früh fasziniert. Archimedes vertrat die Meinung, dass er mit einem festen Punkt außerhalb der Erde und einem extrem langen Hebel die Erde versetzen könne. Innerhalb der Erde kann das ja nicht funktionieren, denn gemäß Newtonschem Axiom würden sich die bei diesem Versuch wirkenden Kräfte gegenseitig aufheben, da jede Kraft eine gleichgroße Gegenkraft erzeugt. Nun gibt es in den Erzählungen des Barons von Münchhausen das Gegenbeispiel dazu, wo sich der Baron, an seinem eigenen Zopf ziehend, selbst samt seinem Pferd aus einem Sumpf rettet. Führt man diese beiden Beispiele zusammen, so ergibt sich der denkbare Fall, dass man sich mit einem Bezugspunkt außerhalb der Erde aus einem Sumpf, sprich einer ausweglosen Situation, retten kann. Mir scheint das Gebet diese Zugkraft zu sein. Der fixe Platz außenhalb meiner körperlichen Sphäre ist Gott, der Ort das Himmelreich, und die Verbindung zu ihm ist das Gebet. Mittels dieses Gebetsfadens kann ich mich befreien, die Schwerkraft aufheben, den rationalen Naturwissenschaften zum Trotz. Nicht umsonst sprechen wir von der Kraft des Gebets. Diese Kraft, die in der mit Gott verbindenden Eigenschaft des Gebets entsteht, muss von beiden Seiten gehalten werden. Die eine Seite ist klar, denn bei Gott ist kein Ding unmöglich, sagt man. Daher liegt es an uns, unseren Teil der Gottesverbindung zu pflegen. Die Netzpflege, wie man heute sagen würde, ist eine Daueraufgabe. Der Faden darf nicht abreißen, die Verbindungselemente dürfen nicht verrosten oder verrotten. Das Verhältnis zu Gott muss geschmeidig sein, sonst ist es nicht dauerhaft angelegt. Die Pflege darf auch nicht erst begonnen werden, wenn sich schon Alterungserscheinungen zeigen. Man braucht viel Kraft für eine anständige Gottesansprache. Die Gebetsübungen in den Orden sind daher wie geistliche Liegestütze. Und es gibt sogar noch Hilfspersonal in unserem Gebetsbemühen: die Heiligen und vor allem Maria. Sie alle können an meiner Seite des Seils mitziehen. Eine Woche Gebet in einem beeindruckenden Rahmen wie dem Kloster Helfta kann dazu der eigenen Stärkung dienen. Die Gemeinschaft von 20 Männern aus dem Erzbistum Freiburg hat wieder einmal - zum 7. Mal - diese Gebetswoche durchgeführt, ihre Teilnahme ist in diesen Jahren von treuer Kontinuität gekennzeichnet. Auch zum 7. Mal führte der Leiter des Männerwerks, Ehrenpräses G.R. Robert Henrich, die Gruppe an. Tägliche Gottesdienste und Teilhabe an den Stundengebeten der Schwestern von Helfta vertieften die Tage im Kloster. Die herbstlich schöne Stimmung in der Parkanlage des Klosters trug ein Übriges zur harmonischen Atmosphäre bei. Hartmut Lehmann, Helfta 2016

Männer bei der Anbetung

2015: Zurück aus Helfta

Zum 6. Mal seit 2010 füllten die Gebete der Männer des Männerwerks Freiburg die Anbetungskapelle des Klosters Helfta. Eine Woche lang, vom 27.9. – 3.10. waren sie rund um die Uhr auf Sendung und Empfang zu Gott, zu den Heiligen, speziell Maria, für alles Mögliche: Familie, Frieden, Gerechtigkeit, … die Listen sind lang, die sich die Beter vorgenommen hatten. Der langjährige Präses des Männerwerks der Erzdiözese Freiburg, Robert Henrich, jetzt Ehrenpräses, begleitete sie und erinnerte daran, dass wahres Beten zu Gott vom Herzen kommt, und so ist es entscheidend, das Herz zu öffnen, ohne viele Worte, mit Gebeten, Liedern und Texten von berühmten “Vorbetern“. Merken tut man, ob man mit dem Herzen dabei ist, wenn es einem warm ums Herz wird. Bei Tag, in der Licht durchfluteten Anbetungskapelle, und bei den Nachtschichten im geheimnisvollen Dunkel der flackernden Kerzen waren Andacht und Hingabe der Männer leicht gemacht für ein Gelingen eines guten Gesprächs über seine Anliegen. Das Kloster bot sich mit der gewohnten Gastfreundschaft der Beterschar und das herbstlich schöne Wetter mit seinen farbenfrohen Bäumen im Klostergarten tat ein Übriges für das seelische Wohlbefinden auch außerhalb der Anbetungszeiten. Wie die dortige Stille Stimmung und Bewusstsein allmählich beeinflusst, merkt man erst, wenn man danach wieder in die rastlose Welt zurückkehrt, in das laute und oberflächliche Heute. Es waren wieder fast 20 Männer, die sich die Zeit genommen hatten, auch Teilnehmer anderer Diözesen waren vertreten, nur nicht Magdeburg, hier ist die Botschaft noch nicht angekommen. Im nächsten Jahr wird es vom 8. Bis 15. Oktober 2016 ein weiteres Helfta geben. Hartmut Lehmann

2014: Fünfmal Gebetswache in Helfta

Zum fünften Mal trafen sich 20 Männer des Männerwerks Freiburg für eine Woche zur Gebetswache im Kloster Helfta. Sie kamen aus dem gesamten badischen Raum, vom Bodensee bis Heidelberg, diesmal auch noch ein Hürdenlauf im Rahmen des bestreikten Zugverkehrs. Der Klosterkomplex der Zisterzienserinnen in einem Vorort Eislebens in Sachsen-Anhalt hat etwas Geheimnisvoll-Spirituelles, das die rechte Stimmung für einen Gebetsmarathon bietet. Selbst die Schwestern von Helfta empfinden ihr Kloster als einen gesegneten Ort. Hier hat es mit und nach der Klosterneugründung 1998 schon einige vorher nicht für denkbar und auch nicht für möglich gehaltene wunderbare Geschehnisse gegeben, der Ort strahlt eine spürbare Mystik aus. So sind denn auch die vielen Stunden des Gebets leicht mit erbauenden Gebetsinhalten zu füllen gewesen. Dazwischen fanden Gespräche und Diskussionen mit Präses Henrich, Leiter des Männerwerks der Erzdiözese Freiburg, statt, die zeigten, wie die Versenkung ins tägliche Gebet die Sinne für andere religiöse Themen schärft.

Gruppenfoto der Männer der Gebetswache

2013: Vierte Gebetswache in Helfta

Spirituelle Tankstelle im Zisterzienserinnenkloster Helfta! Wieder zog es Ende September 2013, 20 Männer der Erzdiözese Freiburg an die Wirkungsstätte der drei großen Mystikerinnen des Mittelalters, Mechthild von Hakeborn, Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta. Was können sie uns heutigen Menschen bieten? Das göttliche Geheimnis erschließt sich den modernen Menschen und seiner gewöhnlich unterentwickelten Spiritualität nur mit dem Einlassen auf die Gedanken, die vor allem die Mystik uns schenken kann. Der Vertiefung in das Gebet liegt der Glaube an einen realen Gott zugrunde. Das Gebet bleibt ohne das Bewusstsein einer göttlichen Mystik nur eine oberflächliche Bittstellerei gegenüber einem Gottesbegriff. Der tägliche Rhythmus des Betens und der Vorbereitung auf die Stunde vor dem Allerheiligsten sind hilfreich, haben sie doch etwas Mönchisches und zwingen alle Sinne, sich auf die Begegnung mit dem persönlichen Gott im Gebet vorzubereiten. Die Anwesenheit des geistlichen Leiters des Männerwerks, Diözesanpräses Robert Henrich, rundete die Tage ab, denn gemeinsame Gottesdienste und anregende Vorträge werteten die Gebetswache zur Gebetsgemeinschaft auf. Das Kloster ist ein liebenswürdiger Ort der ungestörten Begegnung geworden, weil auch der Orden seine Hausgäste im guten Geist wahrnimmt. So ist auch schon wieder die nächste Gebetswache vom 11. bis 18. Oktober 2014 im Kloster Helfta festgelegt. Hartmut Lehmann

2012: Dritte Gebetswache der Männer in Helfta

Seit 3 Jahren kommen Männer aus der Erzdiözese Freiburg für je eine Woche ins Kloster Helfta. Sie halten Anbetung vor dem Allerheiligsten. Sie beten in den Anliegen von Kirche und Welt und verstehen ihre Gebetswache als stellvertretendes Beten in einen Land, in dem viele nicht mehr beten. Das Katholische Männerwerk der Erzdiözese Freiburg pflegt diese Gebetswache schon fast 66 Jahre auf dem Lindenberg bei St. Peter/Schwarzwald – rund um die Uhr.   Warum nun kommen die Männer nach Helfta? Dafür gibt es verschiedene gute Gründe. Das Kloster Helfta war im Mittelalter für die Christenheit ein höchst bedeutsamer Ort. Hier lebte Gertrud die Große, Mechthild von Hakeborn und Mechthild von Magdeburg. Hier fand die Frauenmystik ihren Ort. Wenig bekannt, aber um so bemerkenswerter ist die Tatsache, dass Helfta “der erste Herz-Jesu-Offenbarungsort der Weltkirche” ist. Gertrud von Helfta gilt, in der Geschichte als die “Prophetin des Herzens Jesu”. Die Christusverehrung im Zeichen des Herzen geht auf Gertrud von Helfta und Mechthild von Hakeborn zurück.” (so zu lesen bei Herrn Pfarrer Hochenauer)   Den Männer aus der Diözese Freiburg ist es ein Anliegen, dass die eucharistische Anbetung in Helfta zu einer guten Tradition wird. Die neue Gertrudkapelle im Kloster Helfta ist als “Kapelle der Anbetung” gedacht. Wir hörten davon und haben uns einladen lassen. Wir erlebten das Kloster als “mystischen Ort”. Die Schwestern haben uns herzlich aufgenommen und alles getan, um unser Vorhaben zu begleiten. DieTage waren geprägt von der Atmosphäre des Klosters. Die Männer waren dankbar für diese geistlichen Tage mit Gesprächsrunden, Spaziergängen oder einfach kameradschaftlichen Zusammensein. All das schenkte uns Motivation für das Gebet in der Kapelle (jeweils 2 oder 3 Mann). Wir haben uns entschlossen, im kommenden Jahr wieder in Helfta zu sein.   Unser Wunsch, unser Anliegen: Wer möchte sich unserer Gruppe anschließen? Wir werden vom 22.09. – 28.09.2013 als Männergruppe in Helfta sein. Es wäre schön, wenn auch andere deutsche Diözesen solche Gebetsgruppen bilden könnten – Männer – Frauen – gemischte Gruppen. Helfta ist aus Ruinen entstanden. Das wurde möglich. Es gibt aber in der Welt geistige, geistliche und religiöse “Ruinen”. Die zu beseitigen ist vielleicht schwieriger. Man ist an ein Wort von Reinhold Schneider erinnert. “Allein dem Betern wird es noch gelingen ….”

Gerne geben wir Ihnen weitere Auskunft.

Robert Henrich, Diözesanpräses des Männerwerkes Freiburg, Tel.: 076335207

Roland Tischmeyer, Oberdorfstr. 13, 68794 Oberhaus.-Rheinhausen, Tel.: 07254-3453 r.tischmeyer@web.de

Präses Robert Henrich

Abschlussandacht